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Helge Wohltmann

Der sechste WM-Tag: Frankreich gewinnt wildes Spiel gegen Norwegen


Die Gastgeberinnen fuhren nach einer teilweise kuriosen Partie den zweiten Sieg im zweiten Spiel ein. Auch Nigeria feierte.

Gruppe A: Frankreich – Norwegen 2:1 (0:0)

Sowohl die Gastgeberinnen als auch die Frauen aus Norwegen zeigten sich vom Anpfiff weg technisch stark. Beide Teams zeigten immer wieder gute Ballbesitzphasen und spielten mitunter mit einem hohen Tempo. Frankreich verzeichnete in der ersten Halbzeit zwar ein Chancenplus, aber Norwegen versteckte sich keineswegs und tauchte auch immer wieder offensiv auf.

Nach der Pause klingelte es dann sofort: Die gerade erst eingewechselte Valérie Gauvin drückte eine starke Flanke von Amel Majri aus kurzer Distanz ins Netz. Danach hatten die Französinnen das Spiel im Griff – bis die Innenverteidigerin Wendie Renard eine flache Hereingabe ohne Gegnerdruck ins eigene Tor bugsierte. Ein absolutes Slapstick-Eigentor!

Und es blieb dramatisch: Nach einer harten, aber korrekten Elfmeter-Entscheidung brachte Eugeine Le Sommer Frankreich wieder in Front. Die tapferen Norwegerinnen hatten darauf keine Antwort mehr.

Tore: 1:0 Gauvin (46.), 1:1 Renard, ET (54.), 2:1 le Sommer (72.)


Gruppe A: Nigeria – Südkorea 2:0 (1:0)

Nigeria konnte sich im ersten Spiel des heutigen Tages gegen Südkorea durchsetzen und dank dem 2:0 die ersten drei Punkte einfahren. Der erste Treffer kam dabei kurios zustande.

Die Südkoreanerin Do-Yeon Kim hatte versucht, einen langen Ball zu klären ihn dabei aber nicht richtig getroffen und das runde Leder dadurch von der Sechzehner-Grenze ins eigene Tor bugsiert. Doch kurz nach dem Fehltritt war Nigerias Angreiferin Oparanozie bewusst mit der Hand zum Ball gegangen und hatte ihn leicht touchiert. Entgegen aller Erwartungen zählte der Treffer auch nach Überprüfung durch den VAR.

Südkorea war zuvor eigentlich die bessere Mannschaft gewesen und erzielte in der zweiten Halbzeit sogar noch den Ausgleich, der allerdings aufgrund einer Abseitsposition nicht anerkannt wurde. Nach einem Fehlpass konterte Nigeria in der 75. Minute dann blitzschnell vor das südkoreanische Tor und Oshoala machte die Entscheidung perfekt.

Tore: 1:0 Do-Yeon Kim (Eigentor, 29.), 2:0 Oshoala (75.)


Kritik an den Amerikanerinnen

Mit 13:0 gewannen die Amerikanerinnen am Dienstag gegen Thailand – WM-Rekord! Doch die Art und Weise, wie die US-Girls auch noch die Tore zehn, elf, zwölf und dreizehn bejubelten, stieß mitunter auf heftige Kritik. Die ehemalige kanadische Nationalspielerin Clare Rustad sagte beispielsweise bei ‚TSN‘: „Ich denke nur, sie hätten mit Demut gewinnen können – das ist ihnen nicht gelungen. Tore spät ihm Spiel so zu bejubeln, ist komplett unnötig. Was soll das?“

Ihre einstige Mitspielerin Kaylyn Kyle sagte: „Man möchte viele Tore schießen und man möchte etwas für die Tordifferenz tun. Aber es gibt eine bestimmte Art und Weise, das zu tun. Das hier war nicht meine Art und Weise.“ Die Ex-US-Nationalspielerin Amby Wambach antwortete auf Twitter: „An alle, die ein Problem mit vielen Toren haben: Für manche Spielerinnen ist das die erste Weltmeisterschaft.“


Däbritz über ihr Wusel-Tor

Sara Däbritz entschied mit ihrem Tor das Spiel gegen Spanien zu Gunsten der Deutschen Nationalmannschaft. Dementsprechend wurde sie nach der Partie auch mit dem „Spielerin des Spiels“-Award ausgezeichnet.

Über ihr kurioses Tor, bei dem sie per Grätsche von einer Unachtsamkeit der spanischen Hintermannschaft profitierte, sagte die zukünftige Spielerin von PSG: „Ich habe darauf spekuliert, dass ich da noch hinkomme und einfach mal gegrätscht. Dass er dann reingegangen ist, war überragend“, sagte Däbritz. So einfach können Instinkte sein.


Das Bild des Tages

Wendie Renard (im Tor) ist fassungslos nach ihrem unglaublichen Eigentor.

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