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Niklas Levinsohn

Was Borussia Dortmund im Januar 2019 ändern muss


Im Achtelfinale der Königsklasse, souveräner Tabellenführer in der Bundesliga. Wir suchen das Haar in der Suppe der BVB-Hinrunde.

Das läuft gut

Borussia Dortmund hat Mentalität. Sind die Schwarzgelben in der vergangenen Saison noch von einem blutleeren Auftritt zum nächsten gestolpert, hat die Mannschaft von Lucien Favre inzwischen wieder Bock aufs Gewinnen. Die neue Charakterstärke wird insbesondere von den beiden Neuzugängen Thomas Delaney und Axel Witsel verkörpert, die den BVB aus dem Zentrum heraus lenken und führen.

Außerdem hat der Schweizer Coach es geschafft, einzelne Spieler besser zu machen und Sorgenkinder des Vereins wieder in Form zu bringen. Marco Reus, der unter dem 61-Jährigen schon bei Borussia Mönchengladbach aufblühte, spielt die bislang wohl beste Saison seiner Karriere. Auch Mario Götze, zu Beginn der Spielzeit noch gefrusteter Bankdrücker, präsentiert sich so gut wie schon lange nicht mehr. Von Favre in die Sturmspitze beordert, wechselt er sich dort mit Superknipser Paco Alcácer ab.

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Nicht nur im Angriff des BVB wird fleißig rotiert, überhaupt ist der Kader in der Breite hervorragend besetzt und fängt Ausfälle qualitativ hochwertig ab. Eng wird es lediglich, wenn das Verletzungspech besonders erbarmungslos zuschlägt wie zuletzt in der Dortmunder Defensive.


Das muss besser werden

Sechs Punkte Vorsprung auf die zweitplatzierten Bayern sprechen zwar eine deutliche Sprache, dieses üppige Polster haben die Schwarzgelben jedoch auch einer gehörigen Portion Spielglück in der Hinrunde zu verdanken. Besonders die Joker des BVB stachen fast schon beängstigend zuverlässig und kippten so knappe Begegnungen zugunsten des Tabellenführers.

In allen Wettbewerben wurden ganze zehn Pflichtspiele mit einem Tor Unterschied gewonnen. Das ist selbstverständlich auch eine Frage der Qualität, doch dass die Dortmunder Aufholjagden nicht Teil der physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Universums sind, bewies die 2:1-Niederlage in Düsseldorf. Solche Pleiten sind es, die am Ende den Unterschied zwischen einer guten Saison und einer Meistersaison machen können.

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Wer muss gekauft/abgegeben werden?

Michael Zorc hat im Sommer einen herausragenden Job auf dem Transfermarkt gemacht. Witsel, der für 20 Millionen Euro aus China kam, war ein echtes Schnäppchen und die Kaufoption für Paco Alcácer wurde bereits gezogen. Mit vier Innenverteidigern ist der BVB im Normalfall auch in der Abwehr gut aufgestellt. Entsprechend besteht eigentlich kein Handlungsbedarf in Sachen Neuzugänge.

Dafür tummeln sich einige Altlasten im Kader der Dortmunder, die im Winter abgegeben werden könnten. Sebastian Rodes Rückkehr zu Eintracht Frankfurt steht bereits fest. Auch Publikumsliebling Shinji Kagawa, für den im aktuellen Favre-System kein Platz ist, liebäugelt mit einem Wechsel. Der unzufriedene Julian Weigl sollte jedoch zumindest bis zum Ende der Saison gehalten werden. Zuletzt wurde er gegen Gladbach in der Innenverteidigung gebraucht.

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Diese Talente gibt es in der Hinterhand

Während Überflieger Jadon Sancho und Jacob Bruun-Larsen schon in der ersten Saisonhälfte reichlich Einsatzminuten anhäuften, gehört Sergio Gómez noch zu den Wunderknaben im Wartestand. Allerdings wird der 18-jährige Spanier wohl kaum im heißen Kampf um die Meisterschaft den Schnupperkurs Bundesliga belegen dürfen. Marius Wolf, immerhin „schon“ 23, ist zwar kein Talent mehr, könnte aber angesichts der möglichen Menge an Spielen in der Rückrunde noch wichtig werden.