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Niklas Levinsohn

Viva la revolución: Diese Idee würde den Transfermarkt umwälzen


Auch im Fußball geht die Schere zwischen Arm und Reich auseinander. Ein Schweizer Fußballinstitut fordert, dass dieser Entwicklung Einhalt geboten werden muss.

Raffaele Poli gehört zu den Gründern des unabhängigen Instituts „CIES Football Observatory“ mit Sitz in der Schweiz, das in Teilen vom Weltverband Fifa finanziert wird. Im Gespräch mit ‚Sport1‘ sprach er über die Entwicklung des Transfermarkts und Möglichkeiten, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. „Es ist wie in der normalen Wirtschaft: Die Reichen werden immer reicher und der Rest leidet ein bisschen“, beschrieb Poli die aktuelle Lage.

Einen möglichen Hebel, um wieder für mehr Fairness auf dem Transfermarkt zu sorgen, sieht der Schweizer bei der Ausbildungsentschädigung. „Wenn ein Spieler später eine große Karriere macht, warum sollte ein kleiner Klub dann nicht auch ein Anrecht auf eine größere Beteiligung an der Transfersumme haben?“, so Polis Gedanke. Bisher wird die Entschädigung fällig, wenn der Spieler ab seinem zwölften Lebensjahr für einen Klub spielt. Der CIES-Mann möchte die Altersgrenze auf das zehnte Lebensjahr heruntersetzen.

„Grundsätzlich geht es darum, die Klubs mehr zu belohnen, bei denen die Entwicklung der Spieler begonnen hat. Das würde vielen Klubs helfen, mehr in die eigene Infrastruktur zu investieren. Und letztlich die belohnen, die auch wirklich die Arbeit machen“, führte Poli gegenüber dem TV-Sender weiter aus. Ein Risiko sieht er jedoch darin, dass die großen Klubs dann beginnen könnten, die Talente noch früher von ihren Jugendklubs abzuwerben. Das System findet eben immer seinen Weg.