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Matti Peters

Klubs haben entschieden: Werder muss Polizeikosten komplett tragen


Bei der DFL-Mitgliederversammlung haben die Vertreter der Bundesligaklubs sich gegen den Solidaritäts-Vorschlag von Werder Bremen ausgesprochen.

Genauer genommen, stimmten 32 der 34 anwesenden Vereinsvertreter gegen den Antrag der Hanseaten die sogenannten Polizeikosten bei Hochrisikospielen angemessen zu teilen. Die Abstimmung war dabei fast einstimmig. Eine Enthaltung und eine Gegenstimme gab es neben der großen Mehrheit von Dafür-Stimmen. Der VfL Osnabrück und Hannover 96 nahmen nicht teil.

Damit muss der SVW die aktuellen Gebührenbescheide der Freien Hansestadt Bremen für Polizeikosten in voller Höhe von rund 1,17 Millionen Euro tragen. Ein Teilbetrag von 50 Prozent gegenüber dem Verein soll erst nach dem endgültigen Abschluss des Rechtsstreits vor dem Bundesverfassungsgericht fällig sein.

Klaus Filbry betonte nach der Versammlung in Frankfurt: „Der Ausgang der Abstimmung war absehbar. Jetzt sind wir auf die nächsten Schritte der DFL gespannt, wie der finanzielle Transfer vollzogen werden soll. Um die Interessen von Werder zu vertreten wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als den Rechtsweg zu beschreiten.

Wir hätten diese Situation gerne vermieden. Aber wir müssen alles dafür tun, dass der Schaden, den das Land Bremen uns aufbürdet, so gering wie möglich ausfällt“, so Werders Vorsitzender der Geschäftsführung in einer Pressemitteilung des Vereins.

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Auch Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald zeigte sich enttäuscht. Man habe von dem „Solidarprinzip, das viele Klubs in den letzten Monaten immer wieder gepredigt haben, nicht viel gesehen.“ Letztlich sei es im Sinne des Klubs aber wichtig gewesen die Standpunkte klar zu machen und „Auswirkungen einer so einseitigen Belastung eines Klubs nochmal deutlich zu machen.“

Hess-Grunewald zeigte sich aber auch kämpferisch und versprach: „Wir können und werden eine hundertprozentige Weitergabe der Kosten nicht akzeptieren.Der faire Wettbewerb bekommt hier einige Kratzer, außerdem wird die Entscheidung negative Auswirkungen auf das Binnenverhältnis der Klubs in der Bundesliga haben.“