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Tobias Herrmann

Fünf für Freitag: Derbies, ein Weltmann und jammernde Füchse


Der 9. Spieltag in der Fußballbundesliga bringt das heiß ersehnte Revierderby. Außerdem muss Leverkusen in Wolfsburg antreten. Alles zum Wochenende.

Wieder eine Woche rum. Gott sei Dank. Weiter geht es in Europas Topligen – und das mit ordentlich Schwung. In der Bundesrepublik stehen gleich zwei Derbies an, die die Ordnungswächter vor logistische Herausforderungen stellen. Bei den Konzernkickern von VW und Bayer ist weiterhin der Wurm drin, beide geloben aber Besserung. Meister Leicester geht in fremden Revier auf die Jagd und hofft auf zählbares und Sami Khedira lies uns unter der Woche an seinen Träumen teilhaben. Außerdem: Erinnerungen an alte Tage werden wach. Ob früher Alles besser war?

1. Dortmund vs Schalke – Zusammen feiern

Vorbei sind die Zeiten, als man den Schalker Meistertitel noch gemeinsam feierte. Wie bitte? Richtig gehört. Im Jahr 1934 gewann Schalke 04 die deutsche Meisterschaft. Auf dem Weg nach Gelsenkirchen machte man einen Zwischenstopp beim damals noch beliebten Nachbarn, um sich in das Goldene Buch der Stadt Dortmund eintragen zu dürfen. Gefeiert von 150.000 Menschen.


Zurück in der Zukunft ist ein solches Szenario unvorstellbar. Zu groß ist die Rivalität der beiden Arbeitervereine, obwohl man spätestens seit dieser Saison wieder einiges gemeinsam hat. Da wäre zum Beispiel die Transferpolitik. Hüben wie drüben setzte man auf Talente, Entwicklungspotential und vor allem einen in der Breite besser aufgestellten Kader. Die Schalker hatten ja bekanntlich so ihre Schwierigkeiten zu Beginn der Saison, sind aber ruhig geblieben und siehe da: Es läuft bei den Knappen. Thomas Tuchel muss derweil auch am Wochenende wieder eine  jungfräuliche Mannschaft ins Rennen um den „Ruhrpott“ schicken. Glück auf.

2. Tottenham vs Leicester – Füchse haben Heimweh

Läuft nicht rund beim Meister Leicester City. Elf Punkte aus neun Spielen, Platz zwölf in der Liga. Vom Geist der letzten Saison ist nichts mehr zu spüren. Besonders in der Fremde lassen die „Foxes“ ordentlich Federn. Ganze NULL Zähler stehen hier auf der Habenseite, dabei waren Teams wie Manchester City und Tottenham im letzten Jahr die Punktelieferanten der Ranieri-Elf. Zum Vergleich: In der Meistersaison kassierte Leicester in den Spielen bei Chelsea, Liverpool und Manchester United ganze drei Gegentore. In dieser Saison waren es bereits elf. Jetzt geht es also an die White Hart Lane zu den Spurs. Tottenham hat in dieser Saison noch kein Spiel zu Hause verloren, nur vier Gegentore in acht Spielen kassiert und unter anderem Guardiola’s Citizens deklassiert. Buona fortuna, Mr. Ranieri.

LEICESTER, ENGLAND - OCTOBER 24: Bartosz Kaputska of Leicester City (L) and Matty Miles of Leicester City (R) look on during the Premier League 2 match between Leicester City and Tottenham Hotspur at The King Power Stadium on October 24, 2016 in Leicester, England. (Photo by Michael Regan/Getty Images)

3. Wolfsburg vs Leverkusen – Wer ist hier der Boss?

Der Krisengipfel in Wolfsburg findet ohne Chef-Trainer statt. Hecking entlassen und Schmidt verbannt. Böse Zungen würden jetzt behaupten, dass man sich auf ein schönes Spiel freuen kann. Fraglich ist allerdings, ob eine der beiden Mannschaften dazu derzeit in der Lage ist. Das mit dem Selbstvertrauen tanken hat ja unter der Woche für die Werkself eher nicht funktioniert. Sollte es am Samstag wieder nicht zu einem Sieg reichen, kann sich der Leverkusen-Fan berechtigt fragen, ob Schmidt nochmals auf die Bayer-Bank zurückkehren wird, oder zukünftig in der Leverkusener Fußgängerzone pöbelt. Viel einfacher hatten es die Wölfe in letzter Zeit nicht, nach dem mäßigen Saisonstart mit nur sechs Punkten aus acht Spielen, sucht man in der Autostadt weiterhin nach Form und Übungsleiter. Immerhin gabs im Pokal den ersten Sieg für Interims-Trainer Valerien Ismail. Die Wölfe gewannen 1:0 in Heidenheim und stehen im Achtelfinale des DFB-Pokals. Erstmal durchatmen also…

DARMSTADT, GERMANY - OCTOBER 22: Head coach Valerien Ismael of VfL Wolfsburg is seen prior the Bundesliga match between SV Darmstadt 98 and VfL Wolfsburg at Stadion am Boellenfalltor on October 22, 2016 in Darmstadt, Germany. (Photo by Alexander Scheuber/Bongarts/Getty Images)

4. Juve vs Neapel – Weltmann Gigi

Da hat Sami Khedira unter der Woche aber einen hören lassen. Buffon soll den Ballon d’Or bekommen? Recht hat der Mann. Gigi Buffon, Welttorhüter, Sportsmann, Rekordnationalspieler Italiens, der teuerste Torwart der Welt, Poet, über 500 Spiele für sein geliebtes Juve, einer von nur drei Spielern die an fünf Weltmeisterschaften teilgenommen haben, hat Andrea Pirlo als Freund und ist auch sonst die coolste Sau im Fußball-Business. Worum ging es? Ach ja, Juve spielt am Samstagabend (2045MEZ) gegen Neapel. Im Tor der Alten Dame: „Weltfußballer Gigi Buffon“. Aufwachen Sami!

5. KSC vs VFB – Zelle frei

Karlsruhe gegen Stuttgart, dass heißt im Schwabenland werden die Betten knapp, auch weil die KSC-Kumpels von der Hertha Tags zuvor in Sinsheim gastieren und sich für den Sonntag zum Brunch im Wildpark angekündigt haben. Was die ortsansässigen Hoteliers und Gastronomen nicht stemmen können, übernimmt jetzt die Polizei – dein Freund und Helfer. Haben sich die Beamten doch bereit erklärt sowohl für die Gäste als auch den Gastgeber insgesamt 170 Betten zur Verfügung zu stellen. Zitat aus der Anzeige: „Gemütliches Einzelbett im geräumigen Meerbettzimmern in Stadionnähe. Anmeldung nicht nötig. First come, first serve“.