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Matti Peters

Ex-DFB Chef in Rage: „Wie eine Sau durchs Dorf getrieben worden“


Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger hat zum verbalen Rundumschlag ausgeholt. Die Schweizer Bundesanwaltschaft und auch die Fifa bekamen ihr Fett ab.

Der 74-Jährige reagierte auf die Anklage der Schweizer Bundesanwaltschaft aus der vergangenen Woche. Ihm wird neben Wolfgang Niersbach und Horst Schmidt vorgeworfen im Rahmen den Präsidialausschuss des DFB-Organisationskomitees für die WM 2006 in Deutschland „arglistig über den eigentlichen Zweck einer Zahlung in der Höhe von rund 6,7 Millionen Euro getäuscht“ zu haben.

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Zwanziger, der erst kürzlich aus dem Urlaub zurückkam, ließ es sich nicht nehmen vor versammelter Presse zum Gegenschlag auszuholen. Er sieht sich selbst als Opfer und konterte Betrugsvorwürfe mit eigenen rechtlichen Schritten. Er habe Strafanzeige wegen „falscher Verdächtigungen“ gegen die Ermittlungsführerin der Frankfurter Staatsanwaltschaft gestellt. Die Schweizer Bundesanwaltschaft will der ehemalige Funktionär ebenfalls belangen.

Durch die Anzeigen und die dadurch folgenden Ermittlungen seine Reputation auf dem Gerichtsweg sichern. „Ich bin dreieinhalb Jahre wie eine Sau durchs Dorf getrieben worden. Die deutschen und die Schweizer Strafverfolgungsbehörden haben versagt.“ Das seien keine Ermittlungen, sondern Märchen“, ätzte Zwanziger in die Mikrophone, die Journalisten im Hotel am Stadtrand im rheinland-pfälzischen Diez aufgebaut haben.

Weiterhin greift er auch den Weltfußballverband an: „Die Fifa ist ein kommerzielles Zirkus-Unternehmen.“ Sie hätten bisher wenig zu Aufklärung der Affäre geleistet, könnten beispielsweise den Fußballfunktionär Bin Hammam, an den Beckenbauers Darlehen weitergeflossen sein soll, zu einer Aussage zwingen und Licht ins Dunkel bringen, wofür das Geld überhaupt verwendet wurde.

„Aber die Fifa und Infantino schweigen und kungeln mit der Schweizer Bundesanwaltschaft. Das ist Kumpanei auf höchster Ebene.“ Das werde auf seinem Rücken ausgetragen, sagt Zwanziger. „Das ist ein Skandal.“ Das letzte Wort ist hier definitiv noch nicht gesprochen.