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Jan Schultz

Elf des Spieltags: Bayers Bayern-Bezwinger und die wilden Fohlen


Der Leverkusener Überraschungserfolg in München spiegelt sich auch in der Elf des 13. Spieltags wider. Ansonsten dominieren einmal mehr zahlreiche wilde Fohlen die Auswahl.

Tor

Lukas Hradecky: Gut 20 Minuten lang sah der finnische Schlussmann fast gar nichts – und trotzdem wehrte er die aussichtsreichen Abschlüsse der bajuwarischen Ballermänner wie am Fließband ab. Selbst Über-Stürmer Robert Lewandowski konnte Hradecky nicht bezwingen. Gibt es dieser Tage ein größeres Lob für einen Torhüter?


Abwehr

Ozan Kabak: Defensiv war Schalke gegen Union beileibe nicht immer auf der Höhe, vor allem im ersten Durchgang. Das lag aber in erster Linie an Kabaks Nebenmännern. Der junge Türke war mit Abstand der sicherste Defensivspieler auf dem Feld und nach dem Seitenwechsel färbte seine Ausstrahlung schließlich auch auf die Nebenleute ab. Obendrein bereitete er das 1:0 auch noch mit Übersicht vor.

Dan-Axel Zagadou: „Er hat das hervorragend gemacht“, fasste Michael Zorc die Leistung des jungen Franzosen zusammen. Vor allem in der Luft war der Defensivmann gegen die wütend anrennenden Berliner eine echte Kante, die praktisch nicht zu bezwingen war. Dabei waren die Begleitumstände vor allem nach dem Platzverweis gegen Mats Hummels denkbar schwer. Einen Platz in unserer Elf hat sich Zagadou damit redlich verdient.

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Nico Elvedi: In Abwesenheit des verletzten Nationalspielers Matthias Ginter schwang sich der Schweizer zum Abwehrchef der Fohlen auf. Den beiden aus Standardsituationen resultierenden Gegentreffer konnte der 23-Jährige zwar nicht verhindern, dafür überzeugte er jedoch im Passspiel und Zweikampf. Stolze 93 Prozent seiner Abspiele landeten bei einem Teamkollegen, von den direkten Duellen entschied Elvedi 80 Prozent für sich.


Mittelfeld

Denis Zakaria: Der Motor im Gladbacher Mittelfeld fand einmal mehr eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive. So erzielte er eine überragende Zweikampfquote von 75 Prozent. Gleichzeitig brachte er fast 90 Prozent seiner Zuspiele an den Mann – und hatte dabei auch ein ganz besonderes auf Lager. Sein edler Steckpass ermöglichte das 3:1. Eine wahrlich komplette Leistung.

Julian Brandt: Als Ersatz des angeschlagenen Julian Weigl durfte der Nationalspieler einmal mehr im Zentrum ran, wo er als offensive Sechs zu überzeugen wusste. Im ersten Abschnitt setzte der Ex-Leverkusener nicht nur mit dem feinen Assist für Jadon Sancho spielerische Akzente, nach dem Seitenwechsel und in Unterzahl beeindruckte er vor allem mit seinem unbändigen Einsatz.

Milot Rashica: Was für einen Lauf der Kosovare aktuell einfach hat. Sieben Tore gelangen ihm in den vergangenen neun Spielen. Gegen den VfL Wolfsburg war er ebenfalls doppelt erfolgreich und sicherte damit den wichtigen Sieg für Werder. Wenn er so weiter macht, ist er nicht mehr lange beim SVW. Bis dahin werden die Bremer aber viel Spaß mit ihm haben.

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Leon Bailey: Hinten Hradecky, vorne Bailey. So knapp könnte man den Leverkusener Coup in München zusammenfassen. Der Jamaikaner hatte jedenfalls ebenfalls einen riesigen Anteil am Erfolg. Wie ein Überschalljet donnerte er durch Bayerns Hintermannschaft und verursachte bei Javi Martínez und Co. damit wohl Hörschäden. Weil er zudem auch einen unwiderstehlichen Zug zum Tor entwickelte, konnte er sich schließlich mit zwei sehenswerten Buden belohnen.


Angriff

Karim Onisiwo: Der überragende Mann beim Mainzer Sieg über Eintracht Frankfurt. Spielte vor der Roten Karte für Kohr den Steilpass auf Levin Öztunali und markierte dann auch noch den Ausgleich zum 1:1. Seinen perfekten Abend rundete er sogar noch mit einer Vorlage zum entscheidenden 2:1 ab.

Breel Embolo: Allein die ersten drei Minuten des zweiten Durchgangs rechtfertigen Embolos Platz in unserer Elf. Mit einem starken Pass und einem ebenso überlegten Abschluss besorgte er zunächst das 2:1. Kurz darauf holte er auch noch einen Elfmeter heraus. Dass er den verschoss? Nur ein Schönheitsfehler, denn nur Sekunden später legte er das 3:1 auf und krönte damit eine ohnehin starke Leistung. Oder machte er das mit dem 4:2, das er ebenfalls einleitete und abschloss? Naja, war halt eine gute Leistung vom Schweizer.

Timo Werner: Einer, der indes zu Recht auf seine Quote verweisen könnte, ist der Leipziger Angreifer. Der bejubelte in Paderborn nämlich schon sein 13. Saisontor in der Bundesliga. So ganz nebenbei holte er sich auch seine fünfte Vorlage ab, was ihn zum besten Scorer der Liga macht!