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Niklas Levinsohn

Einzelkritik: So schlugen sich die deutschen Kicker gegen Weißrussland


Am Ende feierte das deutsche Team einen souveränen 2:0-Erfolg. Wie sich die DFB-Akteure im Einzelnen verkauften, liest du hier.

Tor

Manuel Neuer

Deutschlands Kapitän war wie zu erwarten die meiste Zeit nicht gefordert, aber immer zur Stelle, wenn es brenzlig wurde. Rettete einmal mit einem starken Reflex nach einer Ecke und zeigte zudem seine fußballerischen Fähigkeiten als er zwei Weißrussen an der Torauslinie austanzte.


Abwehr

Jonathan Tah

Hatte nicht viele Gelegenheiten sich auszeichnen, nutzte diese aber meistens für Werbung in eigener Sache. Gerade in Sachen Antizipation und Stellungsspiel überzeugte der Leverkusener, der gleich mehrere potenzielle Konter im Keim erstickte.

Niklas Süle

Rettete in der Schlussphase einmal mit einer ganz starken Grätsche, hatte zuvor schätzungsweise 40 Meter im Vollsprint zurückgelegt, um einen Ballverlust im Mittelfeld auszubügeln. Ansonsten auch mit einem unauffälligen Auftritt, weil eben kaum unter Zugzwang gesetzt.

Matthias Ginter

War in der deutschen Dreierkette hauptsächlich für den Spielaufbau zuständig, wagte sich dazu auch gerne mal tief in die gegnerische Hälfte. Das 2:0 bereitete der Gladbacher mit einer guten, weil flach und scharf getretenen Hereingabe vor.


Mittelfeld

Nico Schulz

Der Neu-Dortmunder hatte auf seiner linken Seite deutliche Geschwindigkeitsvorteile und nutzte diese auch oft genug mit Läufen in die Tiefe aus. So richtig ertragreich waren die Bälle, die er dann ins Zentrum brachte, jedoch nicht. Hinten mit vereinzelten Wacklern, aber wie der Rest der Defensive selten auf Herz und Nieren geprüft.

Joshua Kimmich

Erneut gab der Bayern-Verteidiger ein Plädoyer dafür ab, auch auf Klubebene wenigstens sporadisch ins Mittelfeld beordert zu werden. Den Führungstreffer durch Leroy Sané bereitete er mit ganz feinem Auge vor. Seine Passquote lag zudem bei starken 94 Prozent.

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İlkay Gündoğan

80 Minuten lang stand der englische Meister auf dem Rasen von Baryssau. Die ganz großen Szenen blieben zwar aus, aber Gündoğan bot erneut das, was eigentlich immer von ihm erwartet werden kann: Übersicht, Spielintelligenz und eine technisch nahezu makellose Ausführung seiner Aktionen.

Lukas Klostermann

Die Bilanz des Leipzigers fiel vergleichbar zu der des Kollegen auf der anderen Seite aus. Engagement und läuferischer Einsatz stimmten, es fehlten jedoch die wirklich gefährlichen Hereingaben. Verzog einmal aus aussichtsreicher Position. Als Verteidiger wurde auch er nur selten gefordert.


Angriff

Serge Gnabry

Umtriebig wie eh und je sorgte der Münchner immer wieder für Unruhe im Defensivverbund der Weißrussen. Blind verstand er sich mit seinen Nebenleuten noch nicht, allzu oft stand diese Offensivreihe allerdings sicher nicht gemeinsam auf dem Feld.

Marco Reus

Blieb insbesondere im ersten Spielabschnitt blass, fand zu selten eine direkte Bindung zum deutschen Kombinationsspiel. Zeigte sich nach dem Seitenwechsel aber deutlich präsenter, war an der Entstehung einiger gefährlicher Situationen beteiligt und traf selbst zum 2:0.

Leroy Sané

Deutete an, dass er die Stürmerrolle im deutschen Team ausfüllen kann. Sein Tor zum 1:0 war technisch ganz stark, hatte hinten raus mit seinem Kopfball an den Pfosten Pech. Auch beim Noch-Cityzen war freilich noch Luft nach oben, aber der 23-Jährige war allemal ein belebendes Element im DFB-Team.


Einwechselspieler

Julian Draxler (71. für Gnabry)

Tat sich nach seiner Einwechslung schwer, seine Pässe verfehlten zu oft ihr Ziel. Trat ansonsten nicht nennenswert in Szene.

Keine Bewertungen für Julian Brandt (76. für Reus) und Leon Goretzka (81. für Gündoğan).