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Matti Peters

Einzelkritik der DFB-Elf: Kapitän Kimmich trumpft auf, Brandt fällt ab


Eine unerfahrene DFB-Elf schenkte gegen Argentinien einen Erfolg weg. Überzeugen konnte vor allem ein Bayern-Duo. Hier die Einzelkritiken zum 2:2-Unentschieden.

Tor

Marc-André ter Stegen: Konnte seine Chance zwischen Pfosten nicht wirklich nutzen. Die ganze Torhüterdebatte scheint seine Spuren hinterlassen zu haben. Anders als bei Barça agierte der 27-Jährige oft mit unpräzisen langen Bällen, anstatt mit der gewohnten Ruhe den Ball hinten raus zu spielen. Bei den beiden Gegentreffern war MAtS aber schuldlos.

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Abwehr

Robin Koch: Der Debütant kam unverhofft direkt zum Einsatz und machte seine Sache unauffällig, aber souverän. Beim Anschlusstreffer verteidigte er gegen zwei Gegenspieler und tauchte unter der Flanke durch. Bot insgesamt aber eine vielversprechende Leistung und stellt für die Zukunft eine echte Alternative im Abwehrverbund dar.

Emre Can: Der Juve-Profi rechtfertigte seine Nominierung mit einem starkem Auftritt. In der aufgebotenen Dreierkette agierte der Allrounder am sichersten. Der 25-Jährige war ballsicher, robust im Zweikampfverhalten und extrem laufstark. Verpasste die Vorentscheidung nach blitzschnellem Umschaltspiel und fälschte den Ausgleich kurz vor Schluss unglücklich ab.

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Niklas Süle: Bayerns Fels in der Brandung wirkte phasenweise etwas lethargisch und konnte in den direkten Duellen nicht die gewohnte Dominanz ausstrahlen. Ihm fehlte die letzte Konsequenz. Der 1,95-Hüne verlor Alario beim 2:1 aus den Augen und verhielt sich vor dem Ausgleich gegen den Vorbereiter von Bayer Leverkusen zu passiv. Nicht sein bester Auftritt im DFB-Dress.


Mittelfeld

Lukas Klostermann: Konnte speziell im Umschaltspiel seine PS auf den Rasen bringen. So konnte der Leipziger auch das 2:0 einleiten. War in der zweiten Spielhälfte stärker in der Defensive eingespannt, rückte aber vorbildlich in die Fünferkette ein und stand solide.

Joshua Kimmich: In seinem ersten Spiel als Kapitän ging er mit besten Beispiel voran, war stets präsent. Forderte viele Bälle und brachte starke 93 Prozent seiner Abspiele beim Passempfänger an. War die von Löw erhoffte Leitfigur auf dem Platz und gab so den Neulingen die nötige Sicherheit.

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Kai Havertz: Der Leverkusener war so ein bisschen die Symbolfigur für den Auftritt der DFB-Elf. Im ersten Durchgang arbeitete er fleißig an seiner Heat Map, war überall auf dem Platz zu finden und an fast jedem Angriff beteiligt. Erzielte folgerichtig auch seinen ersten Treffer für die Nationalelf. Nach dem Seitenwechsel tauchte er zunehmend ab und leistete sich einige Ballverluste.

Marcel Halstenberg: War stärker in der Defensive gefordert, weil die Albiceleste vorwiegend über seine Seite ihr Spiel aufzog. Hatte Pech bei seinem traumhaften Freistoß, der an den Querbalken klatschte. Mit seiner Passsicherheit löste der RB-Profi einige knifflige Pressingsituationen gekonnt.


Angriff

Julian Brandt: Im eigenen Wohnzimmer bot der BVB-Youngster eine unterdurchschnittliche Leistung. Handelte oft unglücklich, spielte viele Fehlpässe und hatte in den wenigen Zweikämpfen oft das Nachsehen. Schleppte das angeknackste Selbstvertrauen aus der Liga mit zum DFB-Tross.

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Luca Waldschmidt: Versprühte bei seinem ersten Länderspiel große Laufbereitschaft und war an einigen guten Kombinationen beteiligt. So zum Beispiel bei der Konterchance zum möglichen 3:0. Blieb letztlich ohne Torschuss, was aber auch daran lag, dass der Freiburger im Angriffsdrittel kaum Bälle bekam.

Serge Gnabry: Konnte seine starke Form auch beim DFB-Team nachweisen und war nach Kimmich sicherlich der beste deutsche Akteur. Ständiger Unruheherd in der Hintermannschaft der Argentinier. Bewies seine außergewöhnliche Abschlussstärke beim Führungstreffer und legte das zweite Tor mustergültig auf. Rechtfertigt seine Stammplatzgarantie mit Spielfreude und Leichtigkeit.

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Die eingewechselten Spieler

Nadiem Amiri: Kam für den enttäuschenden Brandt nach 66 Spielminuten. Ließ sein Talent beim Dribbling aufblitzen und zog den Freistoß, der eine weitere gute Chance zur Folge hatte.

Suat Serdar: Wurde nach knapp 70 Minuten für Gnabry gebracht und feierte ebenfalls sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. Leistete sich vor dem Ausgleich einen folgenschweren Ballverlust. Da spielte sicherlich aber auch die Nervosität eine gewichtige Rolle. Hinterließ ansonsten nicht den schlechtesten Eindruck.

Sebastian Rudy: Konnte sich nach seiner fast einjährigen Abstinenz vom DFB-Team in der kurzen Zeit auf dem Platz nicht mehr einbringen.


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