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Niklas Levinsohn

Die Liga hat neue Hipster-Stürmer: Die Bundesliga-Elf des Spieltags


Péter Gulácsi (RB Leipzig)

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Was Neuer? Wer Bürki? Der Ungar im Tor der Roten Bullen ist die größte Angst der Bundesliga-Stürmer. 13 Mal spielte der Keeper mit der hohen Stirn in 26 Bundesliga-Spielen zu Null. Liga-Bestwert und ein guter Grund, warum man in Leipzig wieder von der Champions League träumt.


Filip Kostić (Eintracht Frankfurt)

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In Hamburg verlacht, in Frankfurt gewachsen. Kostić schwimmt derzeit auf der Erfolgswelle der Eintracht. Und zwar an vorderstes Front. Legte das entscheidende 1:0 für die SGE und ist ohnehin nicht aus der Startelf des Hype-Teams vom Main wegzudenken. Sein Wechsel nach Frankfurt war ein Weltentscheidung.

Dominique Heintz (SC Freiburg)

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Wir sind ehrlich: Wer Dominique Heintz beim Fußballspielen zusieht, bekommt Phantomhüftschmerzen. Heintz ist keiner, der für die Galerie spielt, sondern einer, der die Galerie mit seinen Grätschen blankpoliert. Brachte mit heldenhaftem Einsatz und stabilem Zweikampfspiel die hochgelobte Gladbach-Offensive nahezu zum Erliegen.

Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt)

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Der Österreicher ätzte sich aus Augsburg weg und Frankfurt war schlau genug, ihn vom Fleck weg zu verpflichten. Denn von Spieltag zu Spieltag erkennt man den Wert des Abwehrmannes. Der räumt nicht nur hinten alles ab, sondern trifft manchmal sogar auch vorne. Diesmal zum spielentscheidenden 1:0 gegen Nürnberg. Ein Tor, das Frankfurt nun sogar von der Champions League träumen lässt. Hätte man das Hinteregger vor einem halben Jahr erzählt, er hätte einen sicher lächelnd über die Bande genagelt.

Jérôme Roussillon (VfL Wolfsburg)

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Für fünf Millonen Euro von Montpellier geholt, hat der Franzose seinen Marktwert in einem halben Jahr verdreifacht. Gegen Düsseldorf zeigte der Außenbahnflitzer, warum er längst kein Geheimtipp mehr ist. Schnell wie Speedy Gonzalez, zielstrebig wie ein 100-Meter-Sprinter – Roussillon taucht zwar in keiner Statistik auf, hat aber gegen Düsseldorf mindestens zwei Tore mit auf den Weg gebracht. Grande!


Steven Zuber (VfB Stuttgart)

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Nicht selten wirken Spieler gegen ihre Ex-Vereine gehemmt. Zuber traf und pumpte dem klinisch toten VfB damit wieder Blut in die Lungen. Ein Tor, das zwar keine Schönheitspreise gewinnt, aber einen Punkt sicherte, der im Abstiegskampf noch mal ganz wichtig werden könnte.

James Rodríguez (FC Bayern München)

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Geht er? Bleibt er? Und wie gut ist er überhaupt? Den Kolumbianer lassen die Diskussionen um seine Person offenbar völlig kalt. Erstmals in seiner Karriere traf er dreifach in einem Ligaspiel und brachte damit seine Zweifler erstmal zum Schweigen. Statement.

Jadon Sancho (Borussia Dortmund)

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Was wir mir 18 Jahren gemacht haben: Deprimucke gehört, Clerasil getrunken, Tony Hawk auf der Playstation gespielt. Was Jadon Sancho mit 18 Jahren macht: die Bundesliga aufmischen, zwei Tore im Topspiel vorbereiten, 80 Millionen Euro Marktwert auf dem Rücken stehen haben. Man könnte sagen, wir hatten es etwas leichter damals. Aber Sancho spielen zu sehen, ist weiterhin eine der Hauptattraktionen der Liga. Gegen Hertha ließ er sich trotz Regen, voller Hütte und zweimaligen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Nach dem 1:2-Rückstand drehte er erst richtig auf, bereitete die folgenden Treffer vor. Stark!

Jonathan Schmid (FC Augsburg)

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Er ist schnell, er ist fleißig, er arbeitet hart, er ist wie gemacht für den FC Augsburg. Bereits im Trikot des SC Freiburg war Schmid ein Leisetreter mit Power in der Schuhsohle. Gegen Hannover malte er ein Freistoßkunstwerk in den tristen Fußballnachmittag und half Augsburg so, sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen.


Max Kruse (SV Werder Bremen)

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Der Gag liegt irgendwie auf der Hüfte, aber Max Kruse ist gerade mehr als dick im Geschäft. Und das liegt nicht nur an seiner Sahneleistung gegen Bayer Leverkusen. Zwei Tore und eine Vorlage allein rechtfertigen die Nominierung für die Elf des Spieltags, aber die Art und Weise wie Kruse derzeit die Liga bereichert, hat ihm im Grunde auch einen Platz in jedem neutralem Fanherzen verdient. Kruse ist Kopf und Herz der Werder-Offensive, die bisher in jedem Ligaspiel getroffen hat und damit gemeinsam mit PSG einen Europarekord hält. Mit Werder pokert Kruse derzeit um einen neuen Vertrag, nächstes Jahr will er unbedingt international spielen. Bleibt zu hoffen, dass er der Liga erhalten bleibt.

Wout Weghorst (VfL Wolfsburg)

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Weghorst ist der Typ Stürmer, den man als Fan liebt und als Gegenspieler nicht versteht. Der Niederländer steht irgendwie einfach immer da, wo man ein Tor schießen kann. Nicht selten fällt ihm dann der Ball vor die Füße. Sieht immer einfach aus, ist aber wahnsinnig schwierig, weil die Arbeit abseits des Balls passiert. War gegen Düsseldorf an allen fünf Toren direkt beteiligt (drei Tore, zwei Vorlagen). In der jetzigen Form ist Weghorst sowas wie der Hipster-Liebling unter den Stürmern.