Der Spieler der Woche: Luka Jović ist Frankfurts serbischer Büffel

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Der junge Serbe vereinigt fast alle Qualitäten, die ein Fußballer benötigt. Seit dieser Saison kann er das auch in der Bundesliga unter Beweis stellen.


Auf dem Instagram-Profil von Luka Jović findet man einen Eintrag aus dem Jahr 2015, in dem er bereits zu den besten U20-Perspektivspielern Europas gehört. Eine Liste in der sich auch Namen wie Marco Asensio, Leroy Sané, Raheem Sterling oder Anthony Martial wiederfinden. Damals war Jović zarte 18 Jahre alt. Eine Prognose, die mit dem heutigen Wissensstand nicht zutreffender hätte sein können.

Der junge Serbe hat sich mittlerweile adlergleich zum Überflieger der Bundesligasaison 2018/19 aufgeschwungen – passenderweise bei der Eintracht aus Frankfurt. Deren Klub-Legende ‚Charly‘ Körbel hat mit seiner Rekordsumme von 602 Einsätzen im Fußballoberhaus schon Einiges im Weltfußball gesehen. Der Mann weiß also, wovon er redet. Das Supertalent vom Balkan versetzt selbst ihn ins Staunen: „Einen 20-Jährigen mit dieser Qualität habe ich noch nie gesehen“, sagte er kürzlich. Grund genug um ihn für unsere Kategorie „Spieler der Woche“ etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Stärken

Das in Bosnien geborene Sturm-Juwel gehört nicht ohne Grund zu den Top-Talenten Europas. Er liefert das Gesamtpaket, nach dem jeder Scout im Fußballbereich sucht. Seine Spielweise zeichnet sich durch Dynamik, Physis und zum Teil unkonventionelle Kreativität oder sogar Genialität im Angriffsspiel aus. Für Spieler wie ihn wurde das Attribut „beidfüßig“ in den Spielerbewertungsbogen mit aufgenommen.

Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic sieht in seinem Schützling einen „unfassbaren Box-Spieler“. Einer, der im gegnerischen Strafraum jede Abwehr vor Probleme stellt. Jović läuft zudem Räume an, die viele Spieler nicht sehen. Seine Spielintelligenz ermöglicht es ihm, gefährliche Situationen vor allen anderen zu erkennen und sie zu seinem Vorteil zu nutzen.

Hinzu kommt seine brutale Kaltschnäuzigkeit gepaart mit der Fähigkeit, sich immer in der richtigen Position für einen Torabschluss zu befinden. Er hat den sogenannten Killerinstinkt. Umgerechnet zappelte in der laufenden Spielzeit knapp jeder dritte Torschuss des Serben im Netz.

Doch Jović ist viel mehr als nur ein Strafraumspieler, der in aller Regelmäßigkeit knipst. Er versteht es auch, gefährliche Spielsituationen für seine Mitspieler zu kreieren. Das beweisen seine vier Torvorlagen. Der 20-Jährige beteiligt sich zudem lieber am Spielaufbau als stumpf in der Box auf den Ball zu warten.

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Mit seiner herausragenden Technik, seiner Schnelligkeit und einer Prise Trickreichtum dribbelt er selbst gestandenen Fußballprofis einen Knoten in die Beine. Als Verteidiger weiß man einfach nicht, wie man reagieren soll: eng dran oder Abstand halten. Er ist wendig und schaltet blitzschnell. Dem gegenüber steht seine körperliche Robustheit. Er kann Bälle in der Spitze festmachen, bis der Rest der Offensive nachgerückt ist und sich mit seinen 1,82 m im Kopfballspiel durchsetzen.


Schwächen

Natürlich ist der Fußballer in Luka Jović nicht makellos. Sonst wäre er trotz seines Alters sicherlich schon bei einem der ganz Großen im Geschäft. Ein junger Spieler wie er möchte sich natürlich so gut präsentieren, wie es nur geht. Wenn man dann auch noch über ein so großes Repertoire an Fähigkeiten wie der serbische Nationalspieler verfügt, dann besteht immer die Gefahr, zu viel zeigen zu wollen.

Zum Teil übertreibt er es mit seinen Dribblings und verstrickt sich in unnötige Zweikämpfe. Die Gefahr einer Verletzung steigt in so einem Fall proportional mit dem Anspruch, den Gegner regelrecht vorzuführen. Außerdem mangelt es bei ihm in speziellen Situationen an Gradlinigkeit im Angriffsspiel.

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Seine Arbeit gegen den Ball ist ebenfalls verbesserungswürdig. Speziell gegen Mannschaften, die wesentlich mehr Ballbesitz haben, ist es die Aufgabe eines Stürmers, die gegnerische Abwehr beständig anzulaufen. Der vorderste Angreifer ist eben auch der erste Verteidiger. Jović entledigt sich phasenweise dieser lästigen Verpflichtung. Zudem neigt er gelegentlich bei missglückten Aktionen zum Hadern.

Einen weiteren Punkt in dieser Kategorie liefert sein Sturmpartner Sébastien Haller. „Was ihm vielleicht noch fehlt, um absolute Weltspitze zu sein: Er muss eine Top-Mentalität an den Tag legen. Aber er ist noch jung und wird weiter dazulernen“, sagte der Franzose im Interview mit dem ‚kicker‘.


Persönlicher Werdegang

Im Alter von nur 16 Jahren debütierte Jović in der SuperLiga für Roter Stern Belgrad. Seinen ersten Treffer für die Profis erzielte er am 7. März 2015 beim 3:0-Erfolg gegen Novi Sad. Damit wurde er auch zum jüngsten Torschützen in der Vereinsgeschichte. Er spielte immer in höheren Altersklassen. Später bezeichnete Sportdirektor Zvezdan Terzić ihn als „serbischen Falcao“ und „eines der größten Talente im europäischen Fußball“.

Anfang 2016 wechselte Luka Jović zu Benfica Lissabon. Nicht ganz freiwillig. Er konnte sich dort nicht durchsetzen und wurde in die Zweitvertretung der Águias verfrachtet. Seit dem Sommer 2017 steht er in Frankfurt unter Vertrag. Seine wohl beste Karrierephase bislang. Aktuell führt er die Torjägerliste der Bundesliga mit neun Treffern in nur neun Spielen an, hat sich mit der Eintracht vorzeitig für die nächste Runde in der Europa League qualifiziert und schrieb am 19. Oktober mit einem Fünferpack gegen Fortuna Düsseldorf Geschichte.

Mit 20 Jahren ist er der jüngste Spieler, dem dieses Kunststück in der Bundesliga gelang. Es war auch die Geburtsstunde der Frankfurter „Büffelherde“, die sinnbildlich über ihre Gegner hinwegtrampelt. Sein Name wird jetzt mit Fußball-Größen wie Gerd Müller, Jürgen Klinsmann oder Robert Lewandowski in einem Atemzug erwähnt.

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Ein Spieler wie …

Der offensichtlichste Vergleich wäre der, den sein früherer Sportdirektor bei Roter Stern Belgrad einst anstellte. Seine Torgefahr und Kopfballstärke trotz durchschnittlicher Körpergröße zeigen ohne Zweifel gewisse Parallelen zu Radamel Falcao. So einfach machen wir uns das aber nicht.

Auf der Suche nach einem Spieler mit ähnlichen Fähigkeiten springt vor allem ein Name ins Auge: Liverpools Xherdan Shaqiri. Ein außergewöhnlicher Spieler, auf dessen Niveau Jović selbstredend noch nicht ganz ist. Der Vergleich mit dem Schweizer ist vor allem auf die körperliche Robustheit und seine Herkunft zurückzuführen. Der „Kraftwürfel“ stammt wie Jović aus der Balkanregion. Genauer gesagt aus dem Kosovo. Seinen Spielstil konnte man speziell bei Bayern München beobachten. Shaqiri ist ebenfalls ein dribbelstarker Flügelspieler mit einer herausragenden Schusstechnik.

Luka Jović hat in Frankfurt und auch in der Bundesliga mit seinem kometenhaften Aufstieg für Furore gesorgt. Vermutlich ist das jedoch erst der Anfang einer ganz großen Karriere. So wie es Zvezdan Terzić einst prognostiziert hat.