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Matti Peters

Das sind die Gewinner und Verlierer der Länderspiele


Vor der endgültigen Sommerpause musste die deutsche Nationalmannschaft noch zweimal in der Qualifikation für die Europameisterschaft ran. Dabei spielten sich einige in den Vordergrund, andere fielen etwas ab.

Die Gewinner

Manuel Neuer

Er ist wieder da. Der berüchtigte und moderne Libero. Der DFB-Kapitän sorgte gegen Weißrussland nach längerer Zeit mal wieder mit einem wilden Ausflug außerhalb des gewohnten Terrains für Begeisterung. An der Eckfahne gewann der herausgestürmte Keeper zunächst einen Zweikampf mit Juri Kowalew, tanzte den Angreifer anschließend im Stile eines Dribbelkönigs gekonnt aus und passte seelenruhig zu einem Mitspieler.

Richtig auszeichnen konnte sich der 33-Jährige im Verlauf der Länderspielpause eigentlich nur einmal. In dieser Szene war er aber umso glanzvoller zur Stelle:  Gekonnt fischte Neuer einen Kopfball von Weißrusslands Nikita Naumow weg und sicherte die knappe Führung. Beim 8:0 gegen Estland blieb er gänzlich ohne Auftrag.

Zwei Weiße Westen, die sogar zum Geschichtsbucheintrag reichten. Mit nun 37 Spielen ohne Gegentor hat die aktuelle deutsche Nummer eins Sepp Meier als Rekordhalter abgelöst. Wenn das nicht nach Gewinner schreit, dann wissen wir es auch nicht.

Leroy Sané

Der Ex-Schalker hatte wahrlich keinen leichten Start beim DFB. Die vollkommen unverständliche Nichtnominierung für die WM 2018, die Diskussion um seine Anpassungsfähigkeit im DFB-Dress und der Stotterstart mit 15 Spielen ohne Treffer lieferten genügend Material, um den 23-Jährigen für gefühlt zwei Karrieren zu verunsichern.

Aber so ist das mit jungen Fußballern. Sie schütteln Dinge mit einer Unbekümmertheit ab, an der gestandene Profis mitunter länger zu knabbern hätten. So auch Sané. Mittlerweile ist er bei der Nationalmannschaft so richtig angekommen. Kaum noch wegzudenken aus der doppelten Sturmspitze.

Auch in Puncto Chancenverwertung präsentierte sich der Offensivakteur von Manchester City deutlich sicherer in den beiden Quali-Partien für die Europameisterschaft. Jeweils ein Treffer und eine zusätzliche Torvorlage gegen die Esten. Mit seinen Auftritten hat er bewiesen, warum halb Europa um seine Dienste wirbt. Und irgendwo saß der Bundestrainer vor der Flimmerkiste und ärgerte sich insgeheim, dass er diesen Goldjungen nicht mit nach Russland genommen hat.


Der Verlierer

Timo Werner

Nur knapp 25 Minuten Einsatzzeit bekam der Angreifer von RB Leipzig bei möglichen 180. Das sagt in zwei Begegnungen mit äußerst offensiver Grundausrichtung schon recht viel aus. Der 23-Jährige hat momentan klar das Nachsehen hinter Serge Gnabry, Leroy Sané und Marco Reus. Daran wird auch der Treffer gegen Estland nicht viel ändern.

Im Angriff wird auf Flexibilität gesetzt. Da ist derzeit kein Platz für Werner, der zwar das nötige Tempo mitbringt, von der Variabilität aber beschränkter ist als das Trio.

„Durch den Sieg gegen Holland im März haben wir an einer gewissen Formation festgehalten. Man hat Marco, der in einer fantastischen Verfassung ist, den Vorrang gegeben. Wir haben jetzt wieder gewonnen, und dann ist es halt mal so, dass Timo auf der Bank sitzt“, erklärte Marcus Sorg auf der Pressekonferenz nach dem Weißrussland-Spiel vielsagend.

In anderen Worten: Werner muss sich hinten anstellen, weil die Konkurrenz im DFB-Team nun einmal weitaus größer ist als in Leipzig. Sorg befand zwar auch, dass diese Situation kein Beinbruch sei und man an negativen Erfahrungen wachsen könne, man wird aber dennoch das Gefühl nicht los, dass es für Werner ein langer und steiniger Weg zurück in die Startelf werden könnte.