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Jan Schultz

Das sind die 18 Verlierer des Bundesliga-Saisonauftakts


Die 57. Bundesliga-Saison ist schon wieder drei Spieltage alt. Sie hat uns bereits auf einige Achterbahnfahrten mitgenommen, für Überraschungen gesorgt und die Vereine in ihrem Tableu schon langsam angeordnet. Da ist ein erstes Zwischenfazit mehr als überfällig.

Und weil wir ob der fast zweiwöchigen Schließung unseres liebsten Unterhaltungsparks Deutschlands noch ganz enttäuscht und frustriert sind, blicken wir mit einem pessimistischen Blick auf eben jenen. Im Fokus sind daher die bisherigen Verlierer – einer je Klub.

RB Leipzig: Matheus Cunha

Die Sachsen gehören per se natürlich zu den Gewinnern des Saisonstarts, ein Blick auf die Tabelle verrät dies. Aber wo es Gewinner gibt, gibt es auch immer Verlierer. In Leipzig ist das Cunha, der trotz einer starken ersten Saison momentan nicht einmal als Joker gefragt ist. So durfte er bisher erst sechs Minuten im Pokal ran. Und einfacher wird seine Situation nicht, schließlich verpflichtete RB noch Stürmer Patrik Schick.


FC Bayern: Jérôme Boateng

Dass Boateng nicht zu den Gewinnern gehören würde, zeichnete sich bereits vor dem Saisonstart ab. Dieser Eindruck erhärtete sich, denn seit seinem Einsatz im Supercup saß der Weltmeister nur noch draußen. Er wollte daher kurz vor Toreschluss noch die Flucht ergreifen, ein Transfer zu Juventus Turin scheiterte aber. So fristet der Routinier nun ein Reservisten-Dasein.


VfL Wolfsburg: Admir Mehmedi

In zwei von drei Bundesliga-Spielen eingewechselt – das liest sich eigentlich nicht so verkehrt. Sollte man meinen. Denn Mehmedi hat andere Ansprüche, war im Vorjahr noch Stammspieler. Der Schweizer beschwerte sich daher zuletzt bereits: „Dass man dann so hinten dran ist, ist schwer als Spieler zu akzeptieren.“ Solche Aussagen dürften es nicht leichter machen.

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Bayer Leverkusen: Jonathan Tah

Die Werkself erwischte insgesamt einen guten Start in die Saison und spielte zuletzt zu Null. Wieso also sollte ein gesetzter Abwehrmann zu den Verlierern zählen? Da wäre zum einen der defensiv wackelige Start im Pokal und in der Liga, zum anderen aber enttäuschte Tah zuletzt auch im Nationalteam. Da war er zwar nicht wirklich schlechter als seine Nebenmänner, geriet aber vor allem wegen seines Eigentores in die mediale Kritik.


Borussia Dortmund: Manuel Akanji

Der BVB hatte sich mit Mats Hummels ein scheinbar fehlendes Puzzleteil für den Meistertitel gesichert. Blöd nur, wenn das Stück daneben nicht passt. Innenverteidiger-Kollege Akanji fiel zuletzt nämlich nur mit mangelhaftem Stellungsspiel und einem Hang zu Überheblichkeit auf. Bei der Nationalmannschaft hat er sich zudem eine Sprunggelenksverletzung zugezogen.

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SC Freiburg: Marco Terrazzino

Trainer Christian Streich hat nach dem Last-Minute-Transfer von Vincenzo Grifo ein Luxusproblem auf den Flügeln. Insgesamt acht Profis stehen für zwei Positionen zur Verfügung. Terrazzino hätte den Verein daher schon verlassen dürfen, es fand sich aber kein Abnehmer. Zu allem Überfluss bremste den Deutsch-Italiener, der seine Fähigkeiten bereits in der 2. Liga unter Beweis gestellt hat, zuletzt eine Verletzung.


Eintracht Frankfurt: Dejan Joveljić

Der Serbe wurde als der nächste Luka Jović geholt und deutete sein Potential in der Europa-League-Qualifikation auch an. In der Bundesliga hingegen enttäuschte er bei seinen zwei Einsätzen. Anders als Neuzugang Bas Dost, der sofort knipste. Mit Gonçalo Paciência und André Silva hat Joveljić zudem enorme Konkurrenz, die demnächst die Nase vorne haben dürfte.


Borussia Mönchengladbach: Raffael

Der einstige Lieblingsspieler von Lucien Favre ist unter Marco Rose nicht mehr so gefragt wie in der Vergangenheit. Der neue Coach brachte Raffael bisher zwei Mal von der Bank, wobei der Edeltechniker nur 29 Minuten Einsatzzeit sammelte. Das dürfte nicht unbedingt mehr werden, wenn Lars Stindl zurückkehrt und der neue Angriff ins Rollen kommt.

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TSG Hoffenheim: Sargis Adamyan

Der Armenier kam mit der Empfehlung von 15 Toren und elf Vorlagen in der letzten Zweitligasaison zur TSG. Den Sprung ins Oberhaus hat er aber noch nicht geschafft – auch weil ihn zunächst Wadenprobleme ausbremsten. So kommt er bisher nur auf einen Einsatz in der zweiten Mannschaft.


FC Schalke: Nabil Bentaleb

Der Algerier hatte bereits in der Vorsaison jeglichen Kredit verspielt und wurde von zwei Trainern suspendiert. Auch David Wagner plante nicht mit ihm, weshalb Bentaleb nach Bremen wechseln wollte. Eine neuerliche Verletzung durchkreuzte diese Pläne allerdings. So ist er auf Schalke gleich im doppelten Sinne außen vor.

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Union Berlin: Akaki Gogia

In der Aufstiegssaison gehörte der Offensivmann mit sechs Toren noch zu den wichtigen Akteuren im Südosten der Hauptstadt. Nachdem sein Klub im Sommer aber groß auf Shoppingtour ging, gibt es für ihn aktuell kein Platz. Momentan wartet er noch auf sein Saisondebüt, gibt sich aber kämpferisch: „Ein Gogia gibt nicht auf!“


Fortuna Düsseldorf: Michael Rensing

Der eigentliche Stammtorhüter der Fortuna verpasste den Saisonstart verletzt – und musste dabei zusehen, wie Zackary Steffen direkt auftrumpfte. Für den Routinier dürfte es so schwer werden, seinen Platz zwischen den Pfosten zurückzuerobern.


Werder Bremen: Florian Kohfeldt

Bei den Hanseaten fällt aktuell gefühlt die halbe Mannschaft aus, vor allem in der Defensive muss Kohfeldt auf zehn potentielle Startelfspieler verzichten. Das wird nicht unbedingt auf die Arbeit von ihm oder der medizinischen Abteilung zurückzuführen sein, der Trainer kann einem aber trotzdem nur leid tun.

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FC Köln: Vincent Koziello

Der Aufsteiger hat auf dem Transfermarkt zwei Volltreffer gelandet und sich mit Birger Verstraete und Ellyes Skhiri verstärkt. Beide haben sich direkt auf der Doppel-Sechs festgespielt – zum Leidwesen von Koziello. Der kam vor anderthalb Jahren noch als großes Talent, sitzt diese Saison aber nur auf der Bank.


SC Paderborn: Marlon Ritter

Beim Zweitligia-Aufstieg 2018 gehörte er noch zu den zentralen Figuren, auch in der letzten Saison spielte Ritter eine ordentliche Rolle. Momentan ist der Allrounder aber außen vor. Statt Bundesliga spielt er derzeit Oberliga Westfalen – mit der zweiten Mannschaft. Ein Wechsel stand daher im Raum, kam aber nicht zustande.


FC Augsburg: Stephan Lichtsteiner

Der Routinier wurde spät verpflichtet, um die zum Start so wackelige Defensive zu stabilisieren. Das gelang allerdings nur bedingt, wozu der Schweizer selbst beitrug. Gegen Bremen flog er nämlich direkt vom Feld und fehlt daher am anstehenden Wochenende.


Hertha BSC: Karim Rekik

In einer Mannschaft, die zwei von drei Partien verloren hat, gibt es zugegebenermaßen einige Verlierer. Dabei sticht allerdings vor allem die äußerst anfällige Abwehrzentrale heraus. Sowohl Niklas Stark als auch Rekik straucheln, Jordan Torunarigha und Dedryck Boyata scharren dahinter mit den Hufen. Letztlich dürfte gegen Mainz der ungestüme Niederländer aus der ersten Elf fliegen, verursachte er in dieser Saison doch schon wieder einen Elfmeter.


Mainz 05: Alexander Hack

Klar, gegen die Bayern kann man schon mal verlieren. Aber 1:6? Und das nach zuvor zwei Pleiten mit je drei Gegentreffern? Mainz hat zweifelsohne einen Auftakt zum Vergessen erwischt, vor allem die Defensive enttäuschte mit bereits zwölf Gegentoren. Einen gehörigen Anteil daran hat Alexander Hack, der sinnbildlich für die gehörigen Wackler der ersten drei Partien steht.