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Matti Peters

Champions League: Bayerns erster Gradmesser, B04 bei Juve unter Druck


Der zweite Spieltag der Gruppenphase in der Königsklasse steht vor der Tür. Bayern ist zum Topspiel in London, Leverkusen gegen Ronaldo und Juventus Turin unter Zugzwang.

Die Knallerspiele des Tages

Wenn der FC Bayern München auf den Vorjahresfinalisten Tottenham Hotspur trifft, dann führt kein Weg an der Bezeichnung eines absoluten Topspiels vorbei. Zwei Klubs die auch in dieser Saison wieder zum Dunstkreis der Favoriten auf den Henkelpott gehören. Die aktuelle Form könnte allerdings nicht unterschiedlicher sein.

Der deutsche Rekordmeister thront nach dem Auswärtserfolg in Paderborn mal wieder an der Spitze der Bundesligatabelle und gab sich auch im ersten Gruppenspiel der Champions League gegen Außenseiter Roter Stern Belgrad keine Blöße.

Das Duell mit den Spurs ist die erste große Gelegenheit für die Bayern, international ein Zeichen zu setzen. Der erste Gradmesser, da man auf eine Mannschaft trifft, die taktisch und individuell seit Jahren auf sehr hohem Niveau agiert. So zumindest die Theorie. Die Praxis sieht in London allerdings derzeit ganz anders aus.

Die Spurs zeigen sich im Vergleich zum Vorjahr mit wenig Konstanz. Aus sieben Spielen holte die Mannschaft von Mauricio Pochettino in der Premier League nur drei Siege und elf Punkte. Im Carabao Cup musste man sich sogar nach Elfmeterschießen gegen den Viertligisten Colchester United geschlagen geben.

In der Königsklasse gab es ebenfalls einen Stolperstart gegen Olympiakos Piräus. Trotz einer deutlichen Führung ließ Tottenham in Griechenland Punkte liegen. Niko Kovač bemerkte vor dem Duell am Dienstagabend also nicht zu Unrecht: „Tottenham muss punkten, das wissen wir. Wir wollen Minimum einen Punkt mitnehmen, das würde uns eine gute Ausgangssituation für die nächsten beiden Spiele gegen Piräus geben.“ Wenn der eine will und der andere muss, steht einer hochklassigen Partie eigentlich nichts im Wege.


Das erwartet das andere deutsche Team

Juventus Turin – Bayer 04 Leverkusen

Auf die Werkself wartet mit dem italienischen Rekordmeister wohl die schwerste Aufgabe in Gruppe D. Gegen die Alte Dame muss die Bosz-Elf mit einem anderem Konzentrationslevel antreten, als zuvor gegen Lokomotive Moskau agieren. Wenn Bayer nach zwei Spielen nicht schon mit dem Rücken zur Wand stehen und die Chance, in der Königsklasse zu überwintern, aufrecht halten will, muss in Turin gepunktet werden.

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Sinnbildlich für den verpatzten Start in die Gruppenpahse der Champions League war der Fehlpass von Schlussmann Lukáš Hrádecký, der zu einem der beiden Gegentreffer bei der Auftaktniederlage führte. Der Finne gelobt Besserung: „Die Konzentration war bei diesem Pass nicht perfekt. Ich hoffe, dass ich gegen Juve eine bessere Passquote habe als gegen Moskau“, erklärte er mit dem ihm eigenen Humor.

Spaßig wird es gegen Ronaldo und Co. garantiert nicht. Juventus kassierte am ersten Spieltag der Champions-League-Vorrunde trotz komfortabler Führung gegen Atlético zwar noch den Ausgleich, die Italiener sind aber prinzipiell gut in Form. In dieser Saison sind sie wettbewerbsübergreifend noch ungeschlagen und nach dem Punktverlust gegen die Rojiblancos haben sie vermutlich auch ein wenig Wut im Bauch. Keine gute Voraussetzung für Leverkusen.


Wo gibt es das größte Überraschungspotential?

Im fernen Russland hat sich schon so mancher Verein aus der europäischen Elite schwer getan oder gar eine Blamage erfahren. Lokomotive Moskau könnte diesen Mythos gegen Atlético Madrid nun unterfüttern. Dass der russische Vizemeister einen gepflegten Ball spielt, musste zuletzt Bayer 04 Leverkusen bei der Auftaktniederlage in der Königsklasse auf bittere Art und Weise erfahren.

In der Premjer-Liga läuft es für Lokomotive ähnlich gut. Die Brust wird nach dem Prestige-Erfolg gegen Zenit St. Petersburg am vergangenen Wochenende noch breiter sein. Atlético steht nach dem Auftakt-Remis gegen Juventus Turin bereits ein wenig unter Zugzwang.

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Bei regnerischen aber soliden 16 Grad auf einem der besten Rasenplätze Russlands darf es die üblichen Ausreden für ein Auswärtsspiel beim Väterchen aber nicht geben.

Mit vier Siegen und zwei Unentschieden gab es für Madrid in Russland noch nie eine Niederlage. Auch wenn die Bilanz für den Tabellendritten der Primera Division spricht, hier könnte etwas gehen für den vermeintlichen Außenseiter. Wenn Lokomotive-Stürmer Fedor Smolov vorne eine Bude macht und Abwehrchef Benedikt Höwedes hinten alles abräumt, kann die Überraschung gelingen.


Wer zeigt was?

Im großen Durcheinander von ‚Sky‘ und ‚DAZN‘ helfen wir euch, den Überblick zu behalten. In der Gruppenphase der Champions League ist das auch noch recht einfach, denn ‚DAZN‘ hat fast alle Spiele im Programm, während ‚Sky‘ sich pro Tag jeweils eine Rosine herauspicken durfte. Am heutigen Dienstag ist beispielsweise die Partie zwischen den Bayer 04 Leverkusen und Juventus Turin auf ‚Sky‘ zu sehen. Zusätzlich zeigt der Bezahlsender alle Spiele in der Konferenz.

Letztere läuft bei ‚DAZN‘ nicht, doch auf der Streamingplattform gibt es alle Einzelspiele, bis auf die B04-Partie, zu sehen.

Um 18.55 Uhr laufen Real Madrid gegen Club Brügge und Atalanta Bergamo gegen Schachtar Donezk. Die anderen Spiele beginnen um 21 Uhr. Ganz einfach, oder?

Für einen besseren Überblick via ‚DAZN‘:

Und von ‚Sky‘: