Onefootball
Fabian Gorsler

Revolution: Bundesliga-Radio ab sofort bei Amazon


Sky für die Ohren. Das will man in der Münchner Zentrale von Amazon Deutschland mit einem fünfzig Mann starken Team kreieren. Vor Jahresfrist hat Amazon für fünf Millionen Euro die Rechte am Bundesliga-Audiostreaming gekauft. Der Internetversand macht ernst und will der ARD-Radio Konkurrenz bieten.

Alle Spiele, alle Tore, Bundesliga und DFB-Pokal gibt es fortan bei Amazon im Audiostream. Der neue „Head of Sports“, Florian Fritsche, gründete einst den privaten Fußballradiosender „90elf“ und brachte beim Sender Sport1 die Audio-Berichterstattung voran. Erfahrung hat er und nun hat er noch größere Pläne.

Die Konferenzschaltung der ARD soll in den Schatten gestellt werden. Für jede der achtzehn Begegnungen pro Bundesliga-Spieltag der ersten und zweiten Liga richtet Amazon eigene Kanäle ein, auf denen mindestens ein Live-Reporter, begleitet von Fachleuten, das Geschehen auf und neben dem Spielfeld schildert.

Vor und nach dem Spiel gibt es jeweils eine halbstündige Analyse und das alles werbefrei.

Die 63 Spiele des DFB-Pokals werden auch live per Audio übertragen, diese sind allerdings nur für Mitglieder von Amazon Music Unlimited verfügbar. Die Bundesliga-Übertragungen sind vom 28. Juli an für alle Amazon-Prime-Kunden zu hören.

Wer einen der Amazon-Voice-Computers Alexa besitzt, kann mit dem Befehl: „Alexa spiel X gegen X“ sofort die Live-Übertragung einschalten. Mit Laptop, Tablet oder Smartphone bekommt der Nutzer ein Standbild der Arena eingeblendet und die aktuelle Aufstellung der Mannschaften.

Angeführt wird Fritsches Team von Chefkommentator Marco Röhling. Dazu kommen Oliver Faßnacht und Konni Winkler. Das Experten-Team bilden Ex-Nationalspieler Timo Hildebrand, Trainer Robin Dutt, Ex-Leverkusener Ulf Kirsten und Jens Nowotny, Ex-Schalker Ingo Anderbrügge, Ex-Mainzer-Präsident Harald Strutz, Maik Franz, Sportarzt Thorsten Dolla und der Sportpsychologe Peter Wellbrock.

Amazon hat sich natürlich auch um das Technische Gedanken gemacht. „Es war uns wichtig, eine klares sauberes Produkt abzuliefern“, sagte Technikerchef Tyler Hobbs. Amazon Deutschland hat sich Hilfe beim Mutterkonzern aus San Francisco geholt und ein robustes technisches Gerüst bestellt, das wenig Speicherkapazitäten vom übertragenden Gerät abzieht.

Das Audiostreaming scheint nur der Anfang zu sein. Es kann gut sein, dass sich Amazon langsam auf dem Markt der Fußballrechte ausbreitet.