Onefootball
Niklas Levinsohn

Ballon d’Or oder die überflüssigste Auszeichnung, seit es Preise gibt


Heute ist Montag. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, müssen wir uns ernsthaft mit der Frage beschäftigen, wer den Ballon d’Or gewinnen könnte.

Du wirst das Gefühl nicht los, dass der vermeintlich beste Fußballer des Planeten doch gerade erst ausgezeichnet worden ist? Das hat einen ganz einfachen Grund: Die Wahl zum sogenannten Fifa-Weltfußballer ist noch keinen Monat her. Gewinner der Auszeichnung des internationalen Dachverbands war Lionel Messi, der Virgil van Dijk und einen zu Hause auf dem Sofa schmollenden Cristiano Ronaldo hinter sich gelassen hatte.

Nun wird aber anscheinend nicht der Weltfußballer, sondern der beste Fußballer der Welt gesucht. Nicht von irgendwem, sondern vom renommierten Fachmagazin ‚France Football‘, das sich zur Entscheidungsfindung eine Jury von insgesamt 106 Journalisten zusammengestellt hat. Jeweils einer aus den 53 Uefa-Mitgliedsnationen und jeweils einer aus den 53 nichteuropäischen Verbänden, die mindestens einmal an einer Weltmeisterschaftsendrunde teilgenommen haben. Jubelstürme auf Trinidad und Tobago.

Seit dem Jahr 2016 quält uns der Fußballkalender wieder mit dieser unseligen Dopplung, die unweigerlich die Frage aufwirft, ob die unsere Matrix kontrollierenden Maschinen sich einfach nur einen Spaß mit uns erlauben wollen. Bevor Du Dir also irgendwo anders seitenlange Artikel darüber durchliest, wer diesen hinsichtlich Gewicht und Form für Todschlag prädestinierten Preis gewinnen sollte, kommt hier eine blitzschnelle Zusammenfassung der jährlich neu aufgewärmten Debatten.

Sollte derjenige Weltfußballer werden, der unabhängig vom Erfolg auf Vereins- oder Nationalmannschaftsebene die beste individuelle Leistung erbracht hat? Wenn ja, dann so gut wie immer Lionel Messi. Oder sollte derjenige Weltfußballer werden, der entscheidend zu einem außergewöhnlichen Erfolg auf Vereins- oder Nationalmannschaftsebene beigetragen hat? Wenn ja, dann dieses Jahr Virgil van Dijk. Mehr gibt es schlicht und ergreifend nicht zu sagen.

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Verliehen wird der Ballon d’Or übrigens erst im Dezember. Alles, was heute passiert, ist die Veröffentlichung einer Liste von 30 Namen, von denen Du im Grunde 28 in Gedanken bereits wieder streichen kannst. Keine Sorge, das werden die betroffenen Spieler auch tun. Ein Robert Lewandowski braucht keine 106 Journalisten, um zu wissen, dass er zu den 30 besten Spielern der Welt gehört. Genauso wenig wie er hellseherische Fähigkeiten braucht, um zu wissen, dass er den goldenen Ball am Ende nicht gewinnt.

Natürlich wirst Du von uns trotzdem mit allen Namen versorgt, die auf besagter Liste stehen und natürlich werden wir Dir auch den Gewinner des Ballon d’or mitteilen, sobald es so weit ist. Aber bevor Du davor oder danach in eine der niemals endenden Messi-oder-Ronaldo-Diskussionen reinrutschst oder durch irgendwelche anderen Geschehnisse rund um die Verleihung in Wallung gerätst. Nicht vergessen: Niemanden sollte ein Preis mehr interessieren als denjenigen, der ihn gewinnt.