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Matti Peters

⛈ Flop-Elf: Das sind die Enttäuschungen der BL-Saison 2019/20


Die Bundesliga geht in die Länderspielpause. Zeit, ein Zwischenfazit für den bisherigen Saisonverlauf zu ziehen. Wir schauen auf die Enttäuschungen.

Vorweg sei erwähnt, dass ein Flop nicht immer mit schlechter Leistung in Verbindung steht. Es geht auch um verpasste Erwartungen oder mangelndes Vertrauen.

Tor

Thomas Koubek (FC Augsburg): Der tschechische Keeper wurde zu Beginn der Saison verpflichtet, um das Problem der Fuggerstädter zwischen den Pfosten zu lösen. Er bekam die volle Spielzeit, konnte das Vertrauen aber bis jetzt nicht zurückzahlen. Der Slapstick-Stockfehler gegen Borussia Mönchengladbach war ein Sinnbild seiner bisherigen Saisonleistungen.

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Abwehr

Karim Rekik (Hertha BSC): Die Vorbereitung lief für den Niederländer noch vielversprechend. Der 24-Jährige ging als Stammspieler in die neue Spielzeit. Nach acht Gegentoren in den ersten drei Ligaspielen, zahlreichen Stellungsfehlern und einem verschuldeten Elfmeter hatte Ante Čović genug gesehen. Neuzugang Dedryck Boyata ergatterte den vakanten Stammplatz und Rekik schmort seither auf der Bank. Seitdem konnte die Alte Dame drei von vier Partien siegreich gestalten.

Manuel Akanji (Borussia Dortmund): Mit der Rückkehr von Mats Hummels hat sich die Rolle des Schweizers stark verändert. Er ist nicht mehr der Wortführer im Defensivverbund, fällt eher mit ungewohnten Konzentrationsmängel auf, produziert durch seine Schläfrigkeit teils spielentscheidende Fehler und räumte sogar freiwillig seinen Platz im Mannschaftsrat.

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Niko Gießelmann (Fortuna Düsseldorf): Der 28-Jährige bekommt zwar viel Spielzeit, konnte diese aber nur äußerst selten nutzen, um sich positiv in den Vordergrund zu spielen. Häufig wurde der Verteidiger vom gegnerischen Team als Schwachstelle ausgemacht. Über seine Seite kassierte die Fortuna mehr als die Hälfte aller Gegentreffer.


Mittelfeld

Javier Martinez (Bayern München): Eine Knieverletzung zu Beginn der Saison hat dafür gesorgt, dass der Spanier keinen optimalen Start hatte. Der einstige Stammspieler und Leistungsträger hat keinen leichten Stand unter Niko Kovač. Im Schnitt stand der 31-jährige Spanier gerade einmal 26 Minuten pro Spiel auf dem Platz. Zudem kam Martinez stets von der Bank, für einen Startelf-Einsatz hat es bisher noch nicht gereicht. Die Frustration gipfelte in einem vor Enttäuschung strotzendem Zwiegespräch mit Co-Trainer Hansi Flick auf der Bayern Bank nach der Heimpleite gegen Hoffenheim.

Benito Raman (FC Schalke 04): Der Belgier wurde als großer Heilsbringer nach einer katastrophalen Vorsaison der Königsblauen geholt. Dieser hohen Erwartungshaltung konnte der 24-Jährige bislang aber nicht gerecht werden. In seinen wenigen Einsätzen vergab er einige Chancen kläglich und steht weiterhin bei null Scorerpunkten. Hinzu kam eine Sprunggelenksverletzung, die ihn zeitweise außer Gefecht setzte.

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Kingsley Schindler (1. FC Köln): Ein weiterer Neuzugang der noch nicht an das Leistungsniveau der Vergangenheit herangekommen ist. An mangelnder Spielpraxis kann es nicht liegen. Der 26-Jährige stand in sechs der sieben Ligapartien lang genug auf dem Rasen, um zeigen zu können, was er kann. Das war bislang aber nicht viel.

Yannick Gerhardt (VfL Wolfsburg): Beim bisher ungeschlagenen Wolfsrudel wirkt der einmalige Nationalspieler eher wie ein zahmer Rauhaardackel. Er ist zwar irgendwie dabei, hat aber aktuell keinen Anteil am Erfolg. Das war in der vergangenen Spielzeit noch ganz anders. Da zählte er zu den Leistungsträgern im Stammpersonal.


Angriff

Johannes Eggestein (Werder Bremen): Im Vorjahr schaffte der 21-Jährige den Durchbruch bei den Grün-Weißen. Seine Entwicklung verlor in der neuen Spielzeit deutlich an Geschwindigkeit. Zu Beginn bekam der Youngster viel Spielzeit, lieferte aber wenig Ertrag und war bei den drei Saisonniederlagen stets einer der schwächsten Akteure.

Sebastian Polter (Union Berlin): In der Aufstiegssaison der Köpenicker zählte der bullige Stürmer noch zu den Leistungsträgern und ging sicherlich mit großen Ambitionen ins Fußballoberhaus. Es folgte allerdings nur eine Handvoll Kurzeinsätze, bei denen der 28-Jährige wie ein Fremdkörper im Offensivverbund wirkte. Mit seinem Rekordplatzverweis binnen 180 Sekunden gegen Leverkusen katapultierte er sich zudem auf skurrile Art und Weise selbst ins Abseits.

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Ademola Lookman (RB Leipzig): Monatelang bemühte man sich um die Dienste des Angreifers. Für 18 Millionen kam der 21-Jährige schließlich im Sommer vom FC Everton. Eine stolze Summe, die der Angreifer momentan als schweren Rucksack mit sich schleppt. 41 Spielminuten dürften ihm deutlich zu wenig sein. Wann bekommt er seine Chance?